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Odyssee der Bluthemden

Den Toten Streibel und Schmidt sowie dem durch sieben Messerstiche schwer verletzten Maler Claußen aus St. Annen zogen die Nazis die durchlöcherten SA-Blusen aus. Die „Bluthemden" wurden in der Eingangshalle der NSDAP-Gauleitung in Kiel ausgestellt.

Als sich der Krieg dem Ende näherte, verbarg der langjährige NSDAP-Kreisleiter Martin Matthiessen (1901-91). rechte Hand des Gauleiters Lohse, die düsteren Reliquien auf dem Heuboden seines Bauernhofes in Meldorf.

Nach langem Zureden übergab Matthiessen 1978 die noch in Paketpapier in einem Koffer befindlichen Braunhemden Dr. Nis Nissen für das Dithmarscher Landesmuseum. „Ich wollte sie 1979 bei der Sonderausstellung .Die Dithmarscher' im Kreishaus zeigen", berichtet Professor Nissen der DLZ/BZ. „Angehörige der Verwaltung befürchteten, das Kreishaus könne zu einem Wallfahrtsort für Nazis werden. Der Landrat äußerte Bedenken, ließ mir aber freie Hand. Ich habe die Hemden dann nicht gezeigt."

Wie sein Vorgänger ist auch der jetzige Museumsdirektor Dr. Wolf-Dieter Könenkamp überzeugt, daß auch NS-Objekte musealen Wert besitzen können. Seit Eröffnung der zeitgeschichtlichen Abteilung 1993 sind die „Bluthemden" an versteckter Stelle in einer Nebenkammer zu entdecken, hinter einer nur halb geöffneten Tür.

„Sie stehen bei uns für die Form der politischen Auseinandersetzung auf dem platten Land", so Könenkamp. „Der Nationalsozialismus war nicht irgendetwas Fernes. Auch hier bei uns gingen sich Nachbarn aus politischen Gründen an die Kehle."