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Geschichte im Zeitraffer
Wöhrden schloss Staatsverträge
Wöhrden wird erstmals urkundlich erwähnt
700 Jahre Wöhrden
Panorama um 1700
Name "Siegerkirche" läßt sich nicht halten
Graf Gerhard
Hafenort
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Wöhrden schloss Staatsverträge

Vor rund 700 Jahren mit Hamburg und Lübeck - Bedeutender Hafen- und Umschlagplatz

Auf einer mehr als sieben Meter über NN liegenden Wurth, der höchsten in der Westermarsch, liegt der Ort Wöhrden. Die Wurth ist mit dieser Höhe absolut sturmflutsicher. Bei Deichdurchbrüchen haben die Fluten der Nordsee Wöhrden noch nie überflutet. In grauer Vorzeit wurde die Insel Wöhrden, früher Oldenwöhrden genannt, im Wattenmeer künstlich aufgeschüttet, um hier mit dem Weidevieh Schutz gegen das Wasser zu finden.

Wahrscheinlich im 10. Jahrhundert wurde Wöhrden durch den ersten Schutzdeich Lunden — Wesselburen — Wöhrden — Marne vom Meer getrennt. Von jetzt ab begann die allgemeine Besiedlung Oldenwöhrdens. Erstmalig kommt der Name Oldenwöhrden in einer Urkunde aus dem Jahre 1265 vor, in der auch bereits von einer Kirche die Rede ist.

Wöhrden war immer Sitz der Verwaltung des aus 14 Dorfschaften bestehenden Kirchspiels. In den Jahrhunderten seiner Frühgeschichte setzte für Wöhrden eine beachtliche wirtschaftliche Entwicklung ein. Seiner Bedeutung entsprechend, schloß Wöhrden in den Jahren 1265 und 1281 mit der Hansestadt Hamburg selbständige Staatsverträge und im Jahre 1378 mit der Hansestadt Lübeck einen Handelsvertrag ab. 1373 erhielt Wöhrden erstmalig die Marktgerechtigkeit.

Alle diese wirtschaftlichen Vorgänge hängen eng mit der Bedeutung des Wöhrdener Hafens zusammen, der damals noch bis an den Ort heranreichte. Mit den kriegerischen Ereignissen der Jahre 1319, 1404, 1500 und 1559 war Wöhrden stets eng verbunden. In der Geschichte des Freistaates Dithmarschen wurden die wichtigsten Beschlüsse des Landes, die mit Krieg und Frieden zusammenhingen, in Oldenwöhrden gefaßt. Hier wurden die Truppen der Wester- und Nordermarsch zusammengezogen.

Der im Jahre 1319 anläßlich eines Feindeinbruchs abgebrannten Kirche folgte — einem Gelübde entsprechend — der Neubau einer großen Siegeskirche. Diese wurde 1786 abgebrochen. Die dann neu erbaute Kirche steht noch heute. Der größte Geschichtsschreiber Dithmarschens, Johann Adolf Köster, genannt Neocorus, stammt aus Wöhrden. Er war später Pastor in Büsum. Im Zuge der Aufteilung Dithmarschens unter die Sieger von 1559 wurde das Kirchspiel Wöhrden am Ende in Süder- und Norderwöhrden geteilt, wobei Süderwöhrden mit ;der Ortschaft Wöhrden zu Süderdithmarschen geschlagen wurde. Der Ort aber blieb bis heute Sitz beider Verwaltungen. Nachdem infolge der Eindeichungen der Wöhrdener Hafen immer weiter von Wöhrden abgedrängt wurde und der Priel durch die verlagerten Strömungen mehr und mehr versandete, verlor Wöhrden, damit im Laufe der Jahrhunderte völlig seine Bedeutung als Handels- und Umschlagplatz. Übrig blieb lediglich die landwirtschaftliche Struktur in den zur Gemeinde gehörenden sieben Ortsschaften, wobei Wöhrden mit dem Sitz der Verwaltung und den Handels- und Handwerksbetrieben den Mittelpunkt bildet.

Eine spürbare Stärkung der Wirtschaftskraft ist nach dem Kriege durch die Ansiedlung von einigen Industriebetrieben erfolgt. Neben der seit über hundert Jahren hier ansässigen Ziegelei mit etwa 20 Arbeitskräften sind jetzt die Ölbrennerfabrikation Scheer mit 30, der Landmaschinenbetrieb Meifort mit 26 und die Badische Telefonbau mit 15 Arbeitnehmern hinzugekommen. Seit einigen Jahren wird das Fremdenverkehrsgewerbe mit Erfolg angekurbelt. Ein Fremdenverkehrsverein hat sich bereits gebildet. Wöhrdens Einwohnerzahl liegt im Augenblick bei 950.
(Quelle: DLZ v. 07.03.1970)