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Chanen für Menschen mit Behinderung

Für einen Tag macht Nicole Schroeter die Firma Scheer in Wöhrden einfach dicht. Umsätze, Rendite und Innovationen spielen für die 27-jährige Geschäftsführerin ausnahmsweise keine Rolle. Gemeinsam mit ihren 20 Mitarbeitern besucht sie ein Seminar für nonverbale Kommunikation in Rendsburg.

Alle Mitarbeiter in dem Dithmarscher Betrieb sollen die wesentlichen Grundzüge der Gebärdensprache erlernen, um auch auf diesem Wege mit Ilona Braschkat kommunizieren zu können, die bei Scheer eine Lehre als Industriekauffrau absolviert. Die 23-Jährige ist gehörlos. Bisher wurden die Informationen auf schriftlichem Wege ausgetauscht. Zudem kommt regelmäßig eine Gebärdendolmetscherin. Der Geschäftsführerin reicht dies allein jedoch nicht. Die Scheer Heizsysteme & Produktionstechnik GmbH zählt zu den wenigen Integrationsunternehmen im Land.

Allein acht Mitarbeiter sind über 50 Jahre alt, sechs weitere fallen unter die gesetzlich festgelegte Kategorie körperlich oder geistig behindert. „Uns geht es darum, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben, sich beruflich zu verwirklichen“, erklärt Nicole Schroeter. Dazu gehört für sie auch, dass die Mitarbeiter mit Handicap in den ganz normalen Betriebsalltag integriert sind. Unterschiede macht sie nicht. Leistung, so die Geschäftsführerin, müssten alle bringen. Probleme gibt es damit in dem Unternehmen nicht. Im Gegenteil: „Man merkt, dass die Mitarbeiter sehr stolz darauf sind, hier eine vollwertige Arbeit ausführen zu können.“ Die Ausbildung eines Schwerbehinderten zum Mechatroniker funktionierte reibungslos. Mittlerweile wurde er übernommen. Ein Lernbehinderter absolvierte eine abgespeckte Ausbildung, die sich ausschließlich auf die Praxis, nicht aber die Theorie bezog. Schroeter: „Diese Menschen haben sonst keine Chance auf dem Arbeitsmarkt.“



Anfang 2005 übernahm Nicole Schroeter den Posten der Geschäftsführerin, um das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu bringen. Nach einigen finanziellen Schwierigkeiten aufgrund hoher Investitionen für Forschung und Entwicklung und dem Konjunktureinbruch meldete das bereits 1953 in Wöhrden gegründete Unternehmen Insolvenz an. Die Geschäftsführerin blickt optimistisch in die Zukunft. „Seit 2006 erzielen wir einen Marktzuwachs.“ Dabei spielen sowohl die steigenden Energiekosten als auch der Umweltgedanke eine immer größere Rolle. Mit der Blautherm Duo-Brenner- Technologie zielt Scheer genau auf diese Faktoren ab. Das Besondere des Ölbrenners ist die blaue Flamme, die aufgrund der extremen Hitze von 1.500 Grad und bei einer vollständigen und vor allem spontanen Vergasung entsteht. Auf diese Weise wird der Wirkungsgrad erhöht sowie der Ausstoß von Schadstoffen verringert. Hinzu kommen zwei Wärmetauscher, die die Abwärme besser nutzen und damit den Energieverbrauch reduzieren. Öl-Einsparungen von bis zu 30 Prozent seien möglich, betont Nicole Schroeter.

Einsparungen von weiteren zehn Prozent durch eine Optimierung der Regelungstechnik sollen in etwa fünf bis zehn Jahren möglich sein. „Wir können uns nur behaupten, wenn wir auf dem Markt etwas Besonderes anbieten“, erklärt die Geschäftsführerin und stellt gleich die jüngste Entwicklung vor: einen Brenner, der auf Basis von Pflanzenöl arbeitet. Ein Projekt, das von der Bundesumweltstiftung gefördert wird. Möglich ist der Einsatz von Pflanzenöl zwar heute schon. Es hat aber noch seine Tücken. Die Düsen verkleben zu schnell, der Filter muss ständig kontrolliert werden. Erst in einigen Jahren wird das Wöhrdener Unternehmen mit dem neuen Produkt auf den Markt gehen. Schroeter: „Die Entwicklungsarbeit hat gerade erst begonnen.“ Angela Schmid

Kontakt:
Scheer Heizsysteme & Produktionstechnik GmbH Chausseestraße 12-16 25797 Wöhrden Telefon: (04839) 905-0 www.scheer-heizsysteme.de

Fotos: Scheer

(Qelle: Wirtschaft zwischen Nord- und Ostsee 01/09)