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Neue Unternehmensstruktur sichern

Neue Unternehmensstruktur sichert Arbeitsplätze

Knapp ein Jahr nach der Insolvenz hat sich das Wöhrdener Unternehmen Scheer neu strukturiert. Gestern erhielt der Betrieb eine Forderung über 1,8 Millionen Euro.

Wöhrden
Martin Schulte

Das Dokument hatte einigen Wert. Horst-Dieter Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz, überreichte gestern den Geschäftsführern der „Scheer Heizsysteme und Produktionstechnik GmbH", Hartmut Ottenlinger und Arno Arp, ein Bewilligungsschreiben über 1,83 Millionen Euro.

„In dieser Firma werden sozialintegratives und technisches Know How vorbildlich miteinander verbunden", sagte Fischer. Grund für die Zahlungen des Landes ist das integrative Konzept der Firma, das Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung im Unternehmen und damit auf dem ersten Arbeitsmarkt schafft. Die Mittel werden von Unternehmen, die der gesetzlichen Beschäftigungspflicht von Menschen mit Behinderung nicht nachkommen, als Ausgleich gezahlt.

Zahlreiche Beschäftigte und Partnerfirmen feierten gestern in der vollbesetzten Werkhalle den Erhalt der Firma. »Es war immer unsere Überzeugung, dass die Arbeitsplätze in Dithmarschen bleiben müssen", sagte Constantin Kinias, der den Betrieb bei der Reorganisation unterstützt. Als der Arbeitswissenschaftler der Fach- Hochschule Kiel vor etwa zwei Jahren nach Dithmarschen kam und die Firma Scheer Heizsysteme besuchte, ahnte er noch nichts von der bevorstehenden Insolvenz. Damals wollte der Professor die Möglichkeiten einer Kooperation zwischen Hochschule und Betrieb prüfen.

In der Zahlungsunfähigkeit des Heizgeräte-Herstellers im März des vergangenen Jahres sah Kinias eine Chance zur Neustrukturierung.

Nach Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter kaufte die GmbH Teile des Vorgänger-Betriebs. Am 5. Mai wurde der Vertrag offiziell unterzeichnet. Unter beinahe identischem Namen soll nun in der Firma, die für ihre Heizungssysteme mit einem bedeutenden Technologiepreis ausgezeichnet wurde, vieles besser werden: „Die Auslastung lag in der Produktion lediglich bei 30 bis 40 Prozent. Wir wollen diese zukünftig auf 100 Prozent steigern", so Kinias, der gestern gemeinsam mit Ottenlinger und Arp die neue Firmenstruktur vorstellte. Gemeinsam mit der Hochschule wurden die Produktionsabläufe geprüft. „Jeder Weg kostet Geld. Das wurde bislang nicht ausreichend berücksichtigt."

Die Ergebnisse wurden mit den Mitarbeitern und externen Fachleuten diskutiert. „Wir können 20 Prozent der Kosten nur durch Optimierung der Arbeitsabläufe sparen. Und das geht nicht auf Kosten der Arbeitnehmer", sagte Hartmut Ottenlinger.

Die gesparten Mittel sollten in den Bereich der Dienstleistung fließen: Der Ausbau des Internet-Vertriebs, der Kunden-Hotline und der technischen Unterstützung seien ebenso Nahziele wie eine schnellere Auslieferung der Geräte.

Zunächst steht allerdings der Teilabriss der alten Produktionsstätten auf dem Plan. „Wir werden neu bauen, weil wir dann langfristig effektiver arbeiten können", glaubt Kinias. Auch die Einrichtung eines Schulungszentrums ist geplant.

Im September oder Oktober, wenn die Baumaßnahmen abgeschlossen sind, folgt der Einbau der Maschinen. Anfang des Jahres soll die Produktion beginnen. Dann sollen auch die ersten behinderten Menschen direkt im Betrieb arbeiten. Bislang wurden die Arbeiten in der Meldorfer „Perspektive-Einrichtung“ getätigt. Damit wären sie, laut Horst-Dieter Fischer, „nicht nur im ersten Arbeitsmarkt untergebracht, sondern würden auch im Betrieb integrativ gefördert."

Erfreut äußerte sich auch Landrat Dr. Jörn Klimant, der sich an die „schöne Preisverleihung" und die „weniger schöne Insolvenz Nachricht" erinnerte: „Aber der Betrieb hat aus der Not eine Chance gemacht"