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Martin Perkuhn

Auf dem Fahrrad zur Fischfahnung

Fischermeister Perkuhn kontrolliert nicht nur Krabben- und Fischkutter

Sarah Tebbe

Büsum - Vorsichtig klettert Fischereiaufsichtsbeamte Martin Perkuhn über die Reling der „StolperBank". Kapitän Andre Hamann begrüßt den Mitarbeiter des Amtes für ländliche Räume Kiel und sucht schon die zu kontrollierenden Papiere im Steuerhaus zusammen.

.Die meisten Kapitäne kenne ich schon seit Jahren", sagt Perkuhn das vertraute Verhältnis, während er in der dicken rote Mappe von Hamann mit all seinen Erlaubnissen. Sondererlaubnissen und Genehmigungen blättert

Für den Fischer ist die Prozedur nicht unbekannt, und daher schaut er ihm ruhig über die Schulter; „Die Männer von der Fischereiaufsicht machen nur ihre Arbeit", meint Hamann. Außerdem dürften sich die Fischer nichts mehr zuschulden kommen lassen. »Wir werden auch vom Zoll und der Wasserschutzpolizei unangekündigt auf hoher See kontrolliert", erzählt Hamann, der die vielen Kontrollen unterstützt „Sonst könnte jeder wilde Sau spielen", sagt der 35-Jährige.

Währenddessen kontrolliert Perkuhn das Logbuch: „An diesen Aufzeichnungen kann ich erkennen, wie viel gefangen wurde und in welchem Gebiet er gefischt hat", sagt der 43-jäh-rige Amtsinspeklor, der inzwischen die vielen verschiedenen Genehmigungen durchblättert. Für Hamann ist der Papier-Dschungel kein Problem: „Ich bin mit diesem riesigen bürokratischen Aufwand aufgewachsen und weiß, was ich alles zusammenhaben muss." Ältere Fischer hätten dagegen häufig Probleme, sich durch die Rechtslage zu quälen.

Hilfestellung bekommen Uninformierte ebenfalls bei Martin Perkuhn. „Wir sind nicht nur für die Kontrollen da, sondern beraten auch die Leute, wenn sie sich mit Verordnungen nicht auskennen oder sich über Subventionen informieren möchten", erklärt Perkuhn.
Doch Kontrollen bleiben trotz allem der Hauptteil seiner Arbeit „Ich kontrolliere jeden Tag", erklärt er. Dabei handelt es sich nicht nur um Schiffskontrollen, sondern genauso prüft er an Binnengewässern, ob die Angler über die vorgeschriebenen Angelscheine verfügen. Die Kontrolle auf den Schiffen kann je nachdem was das Schiff geladen hat bis zu zwei Stunden dauern. „Wenn der Kutter Garnelen geladen hat, dann muss ich die Dichte der Netze prüfen, den Fang wiegen und vergleichen, ob die Mengen mit den Angaben im Logbuch übereinstimmen", erklärt Perkuhn.

Bei einem Fischfang müssten die Tiere zusätzlich vermessen und gewogen werden. „Fisch wird hier aber nur noch selten gefangen, die meisten sind auf Krabben ausgerichtet", sagt Perkuhn. Zusätzlich muss bei größeren Schiffen noch nach versteckten Fischen gesucht werden. „Ich sehe hier auf dem Plan, wie das Schiff aufgebaut ist", deutet Perkuhn auf den Schiffsbauplan in Hamanns Mappe. Daraus kann er erkennen, wo vielleicht Räume sind, in denen Fisch versteckt sein könnte.
Nach einem kurzen Blick in alle Ecken unter Deck kommt Perkuhn die schmale Treppe durch die Luke wieder hinaufgeklettert „Hier ist nichts versteckt", ist er sich sicher.
Seine Kontrollen macht der Gelegenheitsangler immer unangemeldet „Ich fahre zur Flut am Hafen vorbei und picke mir dann ein oder zwei Schiffe heraus, die ich prüfe", erklärt Perkuhn. Nur ausländische Fisch- oder Krabbenkutter müssen sich bei Perkuhn oder seinem Kollegen anmelden.

Zu Verstößen komme es aber sehr selten. „Mal fehlen Papiere, oder Genehmigungen sind nicht verlängert worden", sagt der Beamte.



Seit kurzem ist seine Arbeit im Büsumer Hafen wesentlich schneller und angenehmer geworden. „Wir haben seit Februar ein Dienstfahrrad, mit dem ich jetzt schneller als zu Fuß oder mit dem Auto zu den Schiffen fahren kann", freut sich der Fischmeister und schiebt seinen ganz neuen blanken blauen Drahtesel neben sich her.
(Quelle: DLZ v. 30.05.2008)