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Zwischen Können und Klamauk

Canadian Brass: Gelungene Premiere im Gewächshaus

Von Andreas Guballa

Wöhrden – Außergewöhnliches gab es am Mittwochabend im Biogewächshaus Westhof zu hören und zu sehen: Dort, wo sonst Rispen-Tomaten verpackt werden, spielten und agierten im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals zum ersten Mal die fünf Blechbläser von Canadian Brass.

Schon ihre Aufmachung in schwarzen Anzügen mit weißen Turnschuhen verrät: Die klassisch ausgebildeten Musiker nehmen sich nicht gar zu ernst. Dieser Stilbruch zieht sich durch den Abend. Nichts ist den Kanadiern heilig, alles lässt sich ineinander arrangieren und miteinander kombinieren. Schon der Konzertbeginn ist großartig.

Während das Publikum in der ausverkauften Verpackungshalle erwartungsvoll zur Bühne äugt, ziehen Chuck Daellenbach (Tuba), Christopher Coletti (Trompete), Caleb Hudson (Trompete), Achilles Liarmakopoulos (Posaune) und Bernhard Scully (Horn) musizierend wie eine Straßenband in New Orleans von hinten ein. Es dauert keine drei Minuten, und die Zuhörer sind hin und weg von den charmanten Männern, die abwechselnd ihre Programmtitel anmoderieren – Gründungsmitglied Chuck Daellenbach sogar in herrlich gebrochenem Deutsch.

Ein lockeres, nicht festgeschriebenes Programm, das mit Werken aus der Renaissance und dem Frühbarock beginnt und bei Schumann, Brahms und Tschaikowsky endet, nimmt schlenkernd seinen Lauf. Canadian Brass spielen auf allerhöchstem Level. Jeder Ton sitzt. Es gibt hoch virtuose Passagen in Bachs kleiner g-Moll-Fuge BWV 578 oder im Hummelflug von Rimski-Korsakow. Völlig neue Charaktere verleihen die Vollblutmusiker der zauberhaften Elise. Das für Klavier aus der Feder Beethovens geborene Stück bildet mal einen voll definierten Klangteppich mit orchestralem Sound, aber auch jedem Musiker den Raum für virtuose Soli. Da klappert nichts, und der Ensemble-Klang ist stets perfekt. Dazwischen gibt es immer wieder Jazz oder mal einen Beatles-Klassiker wie Penny Lane mit einem fantastischen Solo auf der Piccolo-Trompete. Mit einer köstlich schrägen Hommage an Tschaikowskys Ballettmusiken und die Ballerinen dieser Welt fehlt aber auch Humorvolles nicht.

Zur selbst gemachten Schwanensee-Musik tanzen die Männer in immer neuen Formationen, mit zierlichen Trippelschritten, die Tuba mit mehrfach geglückter Rundumdrehung, die Posaune im rosa Tüllröckchen – das Publikum kriegt sich vor Vergnügen gar nicht mehr ein. Und zum Abschluss zwei Trompeter, von denen einer gleich beide Instrumente bedient, während der andere ein Foto von sich mit dem Handy macht. Beifall und Bravorufe für dieses Konzert der Sonderklasse mit dem exzellenten Bläserquintett, das sich mit drei Zugaben bedankt. Eine gelungene Premiere, waren sich Publikum, die Veranstalter um SHMF-Intendant Dr. Christian Kuhnt sowie Hausherren Paul Heinrich Dörscher und Rainer Carstens einig. „Das schreit nach einer Wiederholung“, sind sich Uli Althoff aus Tellingstedt und seine Frau Christiana einig. „Der Mut, so eine Location mit klassischer Musik zu bespielen, hat sich ausgezahlt“, meint auch Peter Cornils aus Neuenwisch. „Außergewöhnlicher Veranstaltungort und unterhaltsames Programm haben 100-prozentig gestimmt. Gern wieder!“ ist Vera Bandholz aus Heide begeistert.
(Quelle: DLZ v. 07.08.2015)