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Wenn die Hansestadt mit dem Dorf...

Hamburg und Wöhrden wollen wirtschaftlich enger zusammenrücken

Von Christina Hustedt und Christoph Hecht

Wöhrden - Sie haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam - Hamburg und Wöhrden. Und doch besteht seit über sieben Jahrhunderten ein Band zwischen der Handelsmetropole und dem Dithmarscher Dorf.

Gestern besuchte eine hochrangige Delegation aus der Hansestadt an der Elbe Wöhrden. um im Rahmen der langen und besonderen Freundschaft die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auszuloten. „Auch wir Wöhrdener und die gesamte Region haben einiges zu bieten", betont Bürger meister Peter Schoof. Vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien hätten sich in den vergangenen Jahren sowohl in der Marsch als auch im gesamten Heider Umland einige Unternehmen einen Namen gemacht. „Vor eineinhalb Jahren waren wir mit einer Delegation in Hamburg, jetzt folgt der Gegenbesuch", sagt Schoof. Diese Treffen in größerer Runde sollen für kulturelle, soziale oder wie im gestrigen Fall für wirtschaftliche Impulse sorgen. Ziel sei. so Schoof, die mittelfristige Zusammenarbeit von Dithmarscher und Hamburger Unternehmen, um positive Effekte auf beiden Seiten der Elbe zu erreichen. „Es geht um Kooperationen, beispielsweise bei Technik und Arbeitsplätzen."

Ähnlich sieht es Dr. Lutz Mohaupt. „Mit rund 1.7 Millionen Einwohnern ist Hamburg eigentlich zu klein für eine Weltstadt", sagt der Präsident der Hamburger Bürgerschaft. Nur als Zentrum einer starken Region könne sich die Hansestadt zu einem .echten Tor zur Welt" entwickeln. Folglich sei auch den Verantwortlichen in der Großstadt daran gelegen, die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Umland auszubauen und zu festigen. „Gemeinsam sind wir stark", sagt Landrat Jörn Klimant und bekräftigte damit das Interesse des Kreises. „Wir reichen Hamburg die Hand." Gerade für Pilotprojekte wäre Dithmarschen ein geeigneter Standort.
Das sah auch Bürgermeister Schoof so. Noch während des gestrigen Treffens machte er den Vorschlag, ein Gremium zu bilden, dass konkrete Ansätze für eine intensivere Kooperation der beiden Orte finden soll.



Freundschaft seit 1281

Am 7. Mai des Jahres 1281 wurde zwischen Hamburg und der Gemeinde Wöhrden ein Vertrag geschlossen, der unter anderem den gegenseitigen Schutz der Kaufleute zu Wasser und zu Lande beinhaltete. Der Tag bildet auch die erste urkundliche Erwähnung Wöhrdens. 1281 hieß es: „Wenn Hamburger und Lübecker Bürger oder ihre Gäste von irgendeinem Teil des Landes, sei es wegen eines Notfalls oder aus eigenem Antrieb, in unser Land gelangt sind, so sollen sie an Schiffen, Waren. Leib und Leben von uns geschützt sein und wir werden umgekehrt gleichermaßen Gunst und Frieden in der Stadt Harn bürg haben.'
Im Jahr 2006, zum 725 jährigen Bestehen der Dithmarscher Gemeinde, wurde der Vertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und Wöhrden feierlich verlängert und erneuert. Ein wesentlicher Bestandteil sei die Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen. Aber auch auf kultureller und sozialer Ebene soll auch weiterhin ein reger Austausch herrschen.
(Quelle: DLZ vom 27.04.2010)