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Gemüse unter Glasdach

Bio-Produzent will mit neuem Gewächshaus Arbeitsplätze schaffen

Von Lena Haase

Wöhrden - Künftig soll Biogemüse unter einem Glasdach produziert werden. Diese Vision soll in Wöhrden möglichst bald umgesetzt werden. Zwei Investoren planen ein vier Hektar großes Gewächshaus.

Seit zirka vier Jahren tüfteln Rainer Carstens und sein Partner Paul Heinrich Dörscher an diesem Projekt. Weiter ist geplant, neben dem Gewächshaus auf einem zwei Hektar großen Gelände eine Biogasanlage zu errichten. Standort ist der Persenweg zwischen Wöhrden und Lohe-Rickelshof. Noch in diesem Jahr soll mit der Investition im zweistelligen Millionenbereich begonnen werden. Später könnten bis zu 30 Arbeitsplätze entstehen. Saisonbedingt werde der Bedarf sogar noch steigen, prognostiziert Rainer Carstens, der nun die Finanzierung in trockene Tücher bringen muss.

Der Investor betreibt in Friedrichsgabekoog seit 1978 den Biobetrieb Westhof. Gemeinsam mit seinen Partnern und Angestellten habe er das Unternehmen nach eigenen Angaben „zu einem führenden biologischen Gemüsehof aus gebaut. 30 000 Tonnen Gemüse werden jährlich verarbeitet und verkauft. Vor etwa 13 Jahren siedelte sich der Geschäftsmann mit der Firma Biofrost Westhof im Wöhrdener Gewerbegebiet an. Mit einem neuen Verpackungsverfahren laufe alles wie am Fließband. 10 000 Tonnen biologisches Gemüse finden hier den Weg über ein 95 Grad heißes Wasserbad in die Tiefkühltruhe.




Mit der Firma Westhof Energie möchten Rainer Carstens und Paul Heinrich Dörscher, Landwirt und zugleich Bürgermeister von Friedrichsgabekoog, nun auch ihre Abfallprodukte und ausgesondertes Gemüse der beiden Firmen nutzen. Vor allem aber soll das Kleegras zur Energiegewinnung verwendet werden. Diese Pflanzen werden nach der Gemüseernte angebaut, um eine Fruchtfolge einzuhalten und die Bodenqualität zu verbessern. Das Kleegras wird später ebenfalls geerntet und als Silage gelagert. Mit den vergorenen Pflanzen soll später die Biogas anläge gefüttert werden.

Der erzeugte Strom der Anlage soll direkt ins Stromnetz eingespeist werden, während die beim Prozess entstehende Wärme für das Biofrost Unternehmen zum Blanchieren des Gemüses genutzt und im Gewächshaus verwendet werden soll. Zudem freut sich Rainer Carstens über den Biodünger, der beim Prozess in den großen Behältern entstehen wird. „Den können wir gezielt auf unseren Flächen und auch im Gewächshaus verwenden." In diesen gläsernen Gebäuden sollen Tomaten, Paprika und Gurken reifen. Die erste Ernte ist ab Juni 2012 geplant.
Während das Projekt nun auch den Einwohnern vorgestellt wurde, äußerten einige ihre Ängste vor Lärm und Geruchsbelästigungen. jedoch sieht Gutachter Hans Peter Busch in diesen Punkten keine Probleme.
(Quelle: DLZ v. 20.01.2011)