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Firma Scheer forscht an Speichermöglichkeit für erneuerbare Energien

Von Hengameh Habib

Wöhrden – Trotz aller Errungenschaften im Bereich der erneuerbaren Energien ist eine Frage noch nicht ausreichend beantwortet: Wie ist es möglich, die umweltfreundliche Energie langfristig zu speichern? Das Heizsysteme-Unternehmen Scheer aus Wöhrden versucht, darauf eine Antwort zu geben. Sollte es ihm gelingen, würde der Markt der erneuerbaren Energien revolutioniert werden.

Die Lösung heißt kurz Iglu und steht für intelligente geothermische Langzeitwärmespeicher mit umweltfreundlichem Verhalten. Gemeinsam mit dem Institut für Geowissenschaften an der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung will Scheer dem Endverbraucher die Möglichkeit geben, in Zukunft mehrere tausend Kubikmeter Wärme aus Solarthermie zu speichern. „Im Augenblick ist das Problem, dass die bestehenden Speicher nicht groß genug sind oder nicht in einen Keller passen“, sagt Scheer-Geschäftsführerin Nicole Schroeter. Bei Neubauten fehle außerdem häufig ein Keller, in dem ein Speicher untergebracht werden könne. Daraus ergebe sich, dass die in den Sommermonaten produzierte Wärme kaum bis zum Winter gelagert werden könne.

Genau das will Iglu ändern. Seit August läuft das auf drei Jahre angelegte Projekt, für das das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie etwa eine Million Euro zur Verfügung stellt. Der Löwenanteil fließt in die Forschung, für die die Universität und das Helmholtz-Zentrum zuständig sind. „Wir setzen die Erkenntnisse dann um“, beschreibt Nicole Schroeter die Aufgaben ihres Unternehmens. Anders als bei den jetzt gängigen Speichern soll die Energie bei Iglu nicht über Wasser erzeugt werden, sondern über einen Thermoverfüllbaustoff. „Man muss sich das ähnlich wie Beton vorstellen, es ist ein poröser Stoff, in dem Wasser enthalten ist. Innerhalb der Masse werden dann Heizrohe angebracht.“ Der Thermostoff ist nach den Worten von Schroeter so stabil, dass er auch als Fundament für den Unterbau eines Hauses genutzt werden könne – so zumindest die Theorie. Ein erstes Pilotprojekt hat bereits Positives gezeigt. Unterhalb eines Gewächshauses in Neumünster wurde vor etwa zwei Jahren ein solches Fundament gebaut. „Darüber haben wir erste Erkenntnisse gewonnen, was gut ist und wo wir noch ran müssen.“




Iglu soll jedoch nicht nur ein Produkt für Neubauten werden. Auch bestehende Häuser mit Keller sollen auf die neue Speichermethode zurückgreifen können. Die Herausforderung dabei: Die neuen Geräte sollen platzsparend sein, dabei aber wesentlich mehr Speicherkapazität haben. Außerdem sollen auch Ideen entwickelt werden, wie auf großen Grundstücken im Erdboden Speichermöglichkeiten geschaffen werden können.

Mit Abschluss des Projektes will Scheer Iglu kostengünstig auf den Markt bringen. Genaue Summen kann Schroeter derzeit nicht nennen, da die Größe des Speichers, die sich nach der Größe der Solaranlage richtet, eine Rolle spielt. Denkbar sind – je nach Interessen der Politik – auch Zuschüsse für die neuen Speicher.
Das alles ist im Augenblick Zukunftsmusik, zunächst muss genauer geforscht werden. Dafür stellt die Firma Scheer den Forschern auf ihrem Grundstück ein altes Haus zur Verfügung, in dem diverse Modelle im Keller angebracht und unterschiedlich genutzt werden. Aktuell wird das Haus noch renoviert, damit die Wissenschaftler in Kürze direkt vor Ort ihre Büros aufbauen können.
(Quelle: DLZ v. 28.10.2014)