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Wat hett de Klock?

Horst Ploog unterrichtet Plattdeutsch in der School op de Wurth
Von Wiebke Reißig
Wöhrden - Das hätte Horst Ploog sich noch vor wenigen Jahren nicht träumen lassen. Aber jetzt haben die Kinder der School op de Wurth einen festen Platz in seinem Leben eingenommen.

Jeden Freilag unterrichtet der gelernte Maurer und späterer Sachbearbeiter im Kreiswehrersatzamt dort Mädchen und Jungen der dritten und vierten Klasse in Plattdeutsch. Und er ist selbst überrascht, wie begeistert die Lütten bei der Sache sind. Immerhin drücken sie dafür einmal in der Woche von 7.30 Uhr bis 8.10 Uhr freiwillig die Schulbank. Eigentlich war sein Plattdüütsch Krink (Kreis / abgeleitet Kringel) für sechs bis zwölf Kinder gedacht Inzwischen sind schon 18 Kinder in seiner Runde.

.Die meisten können jetzt schon etwas Platt verstehen. und ich hatte mir vorgenommen, jetzt fast nur noch Platt deutsch zu sprechen", erzählt Ploog. „Aber ein Mädchen aus Süddeutschland ist gerade da zugekommen. Sie kennt fast gar keine Wörter, da spreche ich natürlich wieder mehr Hoch deutsch." Horst Ploog will seinen Unterricht so lebensnah wie möglich gestalten. „Gerade haben wir die Uhrzeiten durch genommen."

Vor allem übt Ploog mit den Kindern das Sprechen und Verstehen. Wenn etwas aufgeschrieben wird. orientiert sich Ploog am plattdeutschen Wörterbuch von Peter Neuber. „Wöhrner Wöör". Für einige Wörter hat er sogar eine eigene Lautsprache für seine Schüler entwickelt, an der die Kinder zu Hause und später genau nachlesen können, wie dieses Wort ausgesprochen wird.

Natürlich sei dieses Erinnern und etwas Nacharbeiten zu Hause wichtig. Schließlich ist eine Schulstunde pro Woche ja nur sehr kurz. um wenigstens ein bisschen Plattdeutsch zu lernen, weiß Ploog und ist traurig, dass nicht alle Eltern Verständnis dafür haben. Ganz ohne ein paar kleine Hausaufgaben reicht die Zeit einfach nicht aus. Findet er. Dabei will er keinen übertriebenen Ehrgeiz entwickeln. „Aber ich hoffe. dass die Kinder zumindest ein kleines bisschen plattdeutsch sprechen lernen und Interesse an der Heimatsprache bekommen."

Dass diese Sprache eng mit der Geschichte ihres Ortes verbunden ist, haben die Kinder ebenfalls in den vergangenen Wochen gelernt. Gemeinsam mit Horst Ploog haben sie sich auf den Wöhrdener Kulturpfad begeben und dort zunächst das alte Rektorat neben der heutigen Schule besucht und die Geschichtsdaten des Hauses gemeinsam ins Plattdeutsche übersetzt (siehe Kasten). Nach und nach wollen sie sich auch die anderen historischen Häuser vornehmen, die der Wöhrdener Kulturausschuss für den Kulturpfad ausgewählt hat.

Aber vorher geht es noch auf die Theaterbühne: In den nächsten Wochen üben die Kinder des Plattdüütsch Krink jeden Freitag für das Weihnachtsmärchen Dat kloppt bi Wanja“, das sie am 17. Dezember aufführen werden.



Altes Rektorat1740: Rektorat mit Wohnung und kleiner Schulklase. 1858: Abriss größerer Neubau mit sehr großer Schulklasse. 1968: Verkauf von der Kirchengemeinde Wöhrden als Wohnhaus an Privat,

Oolet Rektoroot1740: Rektoroot mit Wohnung un lütte School stuuv. 1858: Afreten -gröttem niebu mit bannig grote Schoolst uuv. 1968:
Vun de Karkengemeen Wöhrden äs Wohnhuus an Privoot verkoff.

Wöhrdener Kulturpfad:
Geschichte zum Anfassen
Zehn historische Gebäude und Stätten hat der Kulturausschuss der Gemeinde für einen Kulturpfad ausgewählt: St, Nicolai Kirche. School op de Wurth. Materialienhaus, Hof Peters. Altes Rektorat, Alte Post. Sandsteinportal. Alte Vogtei, Meierei und Kirchspielsschreiberei. Ihre jeweilige Geschichte ist in einem Fallblatt kurz beschrieben.
Auf einem Einlegeblatt sollen diese Daten auch auf Platt deutsch und Englisch übersetzt werden. Außerdem werden an den Gebäuden selbst Schilder angebracht mit ebenfalls dreisprachigen Erklärungen in Hochdeutsch. Plattdeutsch und Englisch. Gemeinsam mit seinen Schülern will Horst Ploog die Übersetzung ins Plattdeutsche übernehmen. Er hat auch die Wöhrdener Chronik geschrieben.(Quelle: DLZ vom 11.12.2004)