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Geburtshilfe für die Waldorfschule

Eltern müssen die Werbetrommel rühren - Schüler gesucht - Wer hilft mit?
Von Wiebke Reißig

Wöhrden - Einfach wird es sicher nicht, den Traum von der Waldorfschule in Wöhrden Wirklichkeit werden zu lassen. Aber Henning Kullak-Ublick ist so begeistert vom Engagement der Wöhrdener, dass er sicher ist, dass sie es schaffen können.

Vielleicht schon nächstes Schuljahr. Das ist allerdings sehr unwahrscheinlich, denn allein die Wartezeit für Fördergelder des Landes, die die Eltern zum Beispiel als Zuschuss für Lehrergehälter brauchen werden, beträgt zwei Jahre. Bis dahin müsste ansonsten der Trägerverein (also die Eltern) für die neugegründete Waldorfschule alle Kosten alleine schultern.

Da eine Waldorfschule keine staatliche Schule ist, wird ein Trägerverein gegründet, der für die Schule verantwortlich ist, vor allem für die Finanzierung. Damit es so weit überhaupt kommt, müssen die Vereinsmitglieder zunächst aber kräftig Geburtshilfe leisten - und frühere Gründungsversuche in Dithmarschen zeigen, dass es eine schwere Geburt werden könnte. Aber der Leiter der Waldorfschule Flensburg, Henning Kullak-Ublick, war am Dienstag vor allem nach Wöhrden gekommen, um den Eltern, Dorfbewohnern und interessierten Besuchern Mut zu machen.

Als nächstes müssten sich engagierte Eltern zusammenfinden, die bereit sind, sich gründlich in das große Thema Waldorf-Pädagogik hineinzudenken und hineinzuknien, erklärte Kullak. Sie gründen den Trägerverein und müssen dann laut und beständig die Werbetrommel schlagen - und dazu eben sattelfest im Thema stecken. Schließlich gilt es, Schüler (mindestens 15 pro Klasse), Lehrer und Zuschüsse für die neue Schule an Land zu ziehen. Auch der Bund der Freien Waldorfschulen will überzeugt werden, bevor die neue Schule seinen Segen bekommt. In ihm sind alle 193 Waldorfschulen bundesweit zusammengeschlossen



Blick in den Saal

Das Eltern Engagement kostet zwar „Kraft und Durchhaltewillen", weiß Dagmar Hetzke aus Erfahrung. „Aber es macht auch Spaß." Die Heiderin und viele Mitstreiter hatten vor einigen Jahren versucht, eine Waldorfschule in der Kreisstadt zu eröffnen. Doch viele örtliche Widerstände -und nicht zuletzt die Grundstücksfrage ließen das Projekt scheitern.

Das Wöhrdener Schulgebäude hält Henning Kullak hingegen für „großartig". Eine neue Waldorfschule könne hier zum Beispiel mit zwei Klassen beginnen (kein jahrgangsübergreifender Unterricht) und zunächst entsprechend wenigen Lehrern (s. Kasten). Eltern, die ihre Kinder in der Schule anmelden, müssen natürlich keine Waldorf-Spezialisten sein, betont Kullak.

Ohne Gegenstimme beschloss der Förderverein Grundschule Wöhrden, das Projekt Waldorfschule in Zusammenarbeit mit der Gemeinde voranzutreiben. Federführend ist weiterhin die Vorsitzende des Fördervereins, Diana Rohde. • Wer sich bei ihr informieren oder an dem Projekt aktiv mitarbeiten will oder wer Interesse an einem Schulplatz hat, melde sich bitte unter Tel.: 048 39/203.
(Quelle: DLZ v. 22.12.2005)



Lernen durch fühlen

Wie macht man Kinder intelligent? Laut Henning Kullak-Ublick (Schulleiter der Waldorf-Schule in Flensburg) habe Albert Einstein auf diese Frage geantwortet: „Erzählen Sie den Kindern Märchen." Mit Hilfe dieser vielschichtigen Erzählungen lernen die Kinder, innerlich Bilder aufzubauen, ihre Fantasie zu entfalten und diese gleichzeitig zu bändigen, erklärte Kullak. Aber natürlich sei es nicht so, dass Kinder auf der Waldorf-Schule den ganzen Tag nur Märchen lesen und Bilder malen. Aber das Entwickeln von Bildern (in Gedanken oder auf dem Papier) ist hier ein elementarer Weg, um den Schülern trockene Zahlen, Buchstaben, Fakten und Zusammenhänge so zu vermitteln, dass sie deren Bedeutung fühlen, verstehen und ihr Wissen auch anwenden können. Auch die Musik ist dabei wichtig. Kullak sprüht, als er zum Beispiel vom Bruchrechnenlernen mit trommeln und klatschen erzählt (zuerst werden die Noten geteilt, dann die Zahlen). Lernen durch fühlen. Auch das sei nicht immer angenehm.

Es gehe darum, die vielfältigen schöpferischen Fähigkeiten der Kinder zu erkennen und zu fördern und die Kinder zu lehren, Herr über ihren Körper und Geist zu werden. Nur so könnten sie später ihre Gefühle ordnen, klare Gedanken entwickeln und diese auch als Ziele Umsetzen. Dabei helfen musizieren, tanzen, jonglieren, balancieren, werken und gärtnern. Von der ersten Klasse an lernen die Kinder ein bis zwei Fremdsprachen „und natürlich auch, was ein Dreisatz und ein Adjektiv ist". Die Klassen (hochbegabte und schwache Schüler) bleiben die ganze Schulzeit zusammen, „weil die Erfahrung zeigt, dass heterogene Lerngruppen besser lernen". Die Schüler einer Klasse können also Haupt- oder Realschulabschluss oder Abitur machen.

Der Gründungsschulleiter stellt das erste Lehrerkollegium zusammen. Die Lehrer bestimmen dann über die Einstellung aber auch Entlassung einzelner Kollegen.
(Quelle: DLZ v. 22.12.2005)