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Schölers leest Platt

Wöhrden: Tim-Lukas Krause gewinnt Wettbewerb - Horst Ploog verabschiedet sich aus der Grundschule
Von Heiko Kroll

Wöhrden - Um Plattdeutsch wiederzubeleben und gerade bei den Kindern neu zu verankern, ist der Wettbewerb „Schölers leest Platt" ins Leben gerufen worden.



In Wöhrden wurde nun der talentierteste „Nachwuchs-Plattschnacker" für den im Februar anstehenden Bezirksentscheid ermittelt. Matthis Gördel aus der Dritten Klasse der School op de Wurth und aus der vierten Klasse Jan Marten Rolfs, Harm Kielholz und Tim Lukas Krause stellten sich der vierköpfigen Jury. Sie trugen kurze Geschichten wie „De Inbreker", „De Olchies" oder „Markus is mien Fründ" vor. Alle Schüler gaben sich viel Mühe und überzeugten durch ihre Darbietung. Nach den ersten beiden Lesungen stellten Nils und Öle Thönsen, Lea Sievers sowie Nicklas Blohm einen kleinen Plattdeutschen Sketch vor.

Die Juroren, Karin Möller, Antje Fincks, Uwe Jasper und Steffen Hell, der in den 90er Jahren selbst einmal Landesmeister im Plattdeutsch-Wettbewerb wurde, hatten es nicht leicht. Letztlich hatte Tim-Lukas Krause knapp die Nase vorn. Er überzeugte durch seinen ausdrucksstarken Vortrag und rollte beinahe wie ein „aller Hase“ das obligatorische „R". Da die Entscheidung so knapp ausfiel, belegten seine drei Kontrahenten gesammelt den zweiten Platz.


Max Lorenzen, Schulleiter der Grundschulen Wöhrden und Hemmingstedt, hatte eigens Urkunden für die Teilnehmer angefertigt. Und die Sparkasse Hennstedt-Wesselburen. die den Wettbewerb gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund unterstützt, stiftete für jeden Teilnehmer einen Radiowecker. Ebenfalls mit einer Urkunde sowie mit einigen Präsenten aus der Schüler-, Lehrer und Elternschaft wurde der Wöhrdener Dorfchronist Horst Ploog geehrt. An jedem Dienstag hatte er sich in den vergangenen Jahren ehrenamtlich zur Verfügung gestellt, um mit den Mädchen und Jungen Plattdeutsch zu lesen und zu lernen. Damit übernahm er die Arbeit von Karin Möller die nun in der Jury saß. Daneben hat er für die Grundschule Wöhrden auch viele Geschichten vom Hoch deutschen ins Plattdeutsche übersetzt, und ab und an kam er mit seinem Akkordeon seiner „Quetschkommode" in die Schule, um mit den Kindern plattdeutsche Lieder zu singen. Im Hinblick auf den Wettbewerb dankte Ploog den Müttern Maike Töwe, Anke Thönsen und Sigrid Rolfs, ohne die die Vorbereitungen nicht möglich gewesen wären.

Die Verdienste Horst Ploogs um die plattdeutsche Kultur in Wöhrden sind unbestritten. Leicht fiel es dem Platt Lehrer nicht, sich von seinen Schülern zu verabschieden, also ließ er sich ein Hintertürchen offen in dem er sagte: „Ook wenn ick nu opholen do, wenn ju in de Kniep kummt, denn bün ick dor!"
(Quelle: DLZ v. 15.12.2005)