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Die Totenuhr tickt

Bei der Rettung der Wöhrdener Bücher ist Eile geboten

Wöhrden - Wie gestern (27.08.2004) berichtet, hat sich in Gestalt von sechs handschriftlichen Büchern aus dem Jahr 1527 ein wahrer Schatz im Wöhrdener Kirchenarchiv angefunden. Doch der Schatz ist bedroht.

„Die Totenuhr tickt", formuliert, Wolf Clüver: Öffentlichkeitspastor des Kirchenkreises Süderdithmarschen, drastisch, aber keineswegs übertrieben. Schließlich hat sich an den Holzdeckelbänden jahrhundertelang ein Schädling mit dem Namen Anobium Pertinax ausgetobt, im Deutschen als Klopfkäfer oder Totenuhr bekannt.

Auch an den Seiten selbst haben sich Tiere gütlich getan. Nicht nur, dass Feuchtigkeit, Schimmel und Bakterien die Pergamentstruktur zerstört haben. „Mäuse und andere Tierchen haben Fraßspuren hinterlassen", schreibt Restauratorin Anke Metz über den Zustand des Sensationsfundes.

Die Restaurierung der Bücher ist möglich, aber aufwändig. Zunächst muss das Pergament gereinigt und desinfiziert werden; Papierfasern' sollen Fehlstellen er­gänzen. In historischer' Technik wird dann der, wiederhergestellte Buchblock aufgeheftet.
Die Bedeutung des Fundes ist kaum hoch genug einzuschätzen, betont Propst Henning Kiene: „Damit haben wir eine Quelle aus einer Zeit. von der es sonst eigentlich gar nichts mehr gibt."

Clüver schätzt die Bücher, die vor allem eine Ansammlung von Wirtschaftsdaten darstellen, als „Quelle für Forschungsobjekte" verschiedener Art ein: „Wie funktionierten Wirtschaftsabläufe? Wie sahen Machtverhältnisse vor Ort aus? Da tun sich viele Blicke auf das Leben im spätmittelalterlichen Dithmarschen auf." Propst Kiene schätzt: „Da stecken mit Sicherheit sechs Doktorarbeiten drin."

So sieht der Propst die Rettung als .kulturelle Aufgabe, die weder von Kirchengemeinde noch Kirchenkreis oder Nordelbischer Kirche allein bewältigt werden kann. „Sponsoren bekommen die Gelegenheit, ihren Namen mit den ältesten Büchern Dithmarschens in Verbindung zu bringen", wirbt Kiene.

Am Dienstag, 14. September, beginnt im Meldorfer Dom um 18.30 Uhr eine erste Auftakt- und Informationsveranstaltung. „Die Veranstaltung ist öffentlich für jeden am Mittelalter Interessierten", betont Kiene. Der Propst hofft darauf dass die Finanzierung in drei Jahren gesichert und das Projekt in vier Jahren abgeschlossen ist: „Ich bin Optimist. Viel mehr Zeit haben wir wegen des Zustands der Bücher nicht mehr."

Wenn es denn soweit ist, dass, die Bücher fertig restauriert für Forschungsarbeiten zur Verfügung stehen, wird der Wöhrdener Kirchenvorstand entscheiden, wo sie untergebracht werden. „Auf jeden Fall sollen sie in Dithmarschen bleiben", hat. Kiene schon aus Wöhrden gehört. „Anbieten würde sich dann das Kirchenkreis Archiv am Nordermarkt 8. Dort sollen die Leute eine regelrechte .Schatzsammlung in Vitrinen oder einem gut gesicherten Ausstellungsraum sehen können.
(Quelle: DLZ v. 28.08.2004)