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Dem Zahn der Zeit entrissen

Festgottesdienst zur Präsentation des ersten restaurierten Wöhrdener Buches
Von Heiko Kroll

Wöhrden - Das erste Buch (Band 4) der historischen Wöhrdener Bücher aus dem ausklingenden Mittelalter, erstrahlt nun wieder in neuem Glanz. Bei der feierlichen Präsentation in Wöhrden lobte Dr. Annette Göhres, Kirchenarchiv-Direktorin der Nordeibischen Kirche in Kiel nun den „ungeheuren Wert für die Wirtschaftsgeschichte" dieser Region.

Die Entdeckung der Bücher vor drei Jahren sei zwar nicht so aufsehenerregend wie der Fund einer Gutenberg Bibel, doch Anlass zu besonderer Freude, so Dr. Göhres. Denn „einen solchen Schatz zu heben, ihn dem Zahn der Zeit zu entreißen", stelle auch für Archivare, die mit alten Büchern vertraut sind, immer einen Höhe punkt dar.

Nach dem etwa einstündigen Festgottesdienst am Sonntagnachmittag, in dem Propst Henning Kiene die Bücher als „irdische Gefäße" bezeichnete, die uns von der Vergangenheit künden, enthüllte die Restauratorin Anke Metz den ersten fertig restaurierten Band der insgesamt sechs historischen Bücher. Mit dem , was Anke Metz am 26. November 2002 in zwei Kartons aufgetischt bekommen hatte, hat das nun vorgestellte Buch nichts mehr zu tun. Die sechs Bücher seien anfangs nichts anderes als sechs zusammengebackene „Briketts" gewesen, erzählte sie der Gemeinde. Die feuchte Lagerung hatte den Schriften sehr geschadet. Insekten, Mäuse und Bakterien hatten sich besonders über die Ränder der Seiten und den Holzdeckel hergemacht.



Anke Metz beantwortete akribisch die vielen Fragen der Gäste, vor allem zur Restaurierung des Buches. Einige Besucher nahmen auch die Gelegenheit wahr, einmal ein so altes Buch in den Händen zu halten, sogar darin zu blättern. Dies konnte allerdings nur mit weißen Handschuhen gerüstet und unter dem wachsamen Blick der Restauratorin geschehen. Viel entziffern kann das ungeschulte Auge jedoch nicht in den alten plattdeutschen Handschriften. Inhaltlich, so Dr. Annette Göhres, handele es sich um Kapitalienbücher, auch Rentbücher genannt. In dem jetzt übergebenen Band wird der Zahlungsverkehr geistlicher Bruderschaften, sogenannten Gilden, aufgezeigt, hier die Gilden St. Antonius und St. Gertrud, erklärte Göhres. Die vorreformatorischen Bücher lassen Schlüsse über das geistliche und weltliche Leben aus der Zeit vor knapp 500 Jahren zu, ein Bereich, der bislang weitgehend im Dunkeln liegt. Man könne davon ausgehen, dass diese Zeit durch die hohe Frömmigkeit der Bevölkerung geprägt war, erklärte Dr. Göhres. So verfolgten die Zahlungen, die in den Büchern vermerkt wurden, vor allem den Zweck einer würdigen Bestattung nach dem Tod der Einzahler – eine Art historische Sozialversicherung also. Lange wird das restaurierte Buch der Öffentlichkeit nicht zugänglich bleiben, da selbst der Luftsauerstoff schädlich für das Pergament ist. In Kürze sollen drei der Bücher jedoch auf Mikrofilm gebannt betrachtet werden können, und zwar im Wöhrdener und im Meldorfer Kirchenarchiv.
(Quelle: DLZ 08.11.2005)