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Beschämend geringes Interesse an Orgelkonzert

Uwe Döschner spielte auf Anthonius-Wilde-Orgel in Wöhrden

Wöhrden (mb) Mit der Anthonius-Wilde-Orgel von 1593 zu St. Nicolai besitzt Wöhrden ein Kleinod von einem historischen Instrument, um das es andere Gemeinden beneiden könnten. Leider wissen nur Wenige, diesen Wert zu schätzen.

Gerade einmal vier Besucher fanden sich ein zum Orgelkonzert mit Uwe Döschner, Organist in Stozenau nahe Nienburg in Niedersachsen und dort zudem Orgelsachverständiger für zwei Landkreise. Neben Johann Kirschbaum als Organisator und Anneke Baltin. seiner Lebensgefährtin.

Obwohl Döschner zum ersten Mal hier als Solist zu Gast war, fand er sofort eine Beziehung zu dem feinen alten Orgelwerk mit dem Facettenreichtum seiner Klangmöglichkeiten.

Mit der „Messe propre pour les couvent Religieux et Reli-gieuses" (Messe für die Klosterbrüder und -Schwestern) von Francois Couperin hatte er aber auch ein musikalisches Werk des Barock mitgebracht, das geradzu herausforderte, im wahrsten Sinne des Wortes alle Register zu ziehen. Die ausschließlich in D-Dur stehende Komposition besteht aus einundzwanzig Teilen und enthält alle Elemente eines Gottesdienstes wie zum Beispiel das „Ave", das „Sanctus", das „Halleluja". Nun sind aber die einzelnen Teile nicht mit Überschriften versehen, sondern enthalten nur Anleitungen zur Registrierung, die von Stück zu Stück variieren.

Für die winzige Hörergemeinde geriet der Abend zu einer Privat-Vorführung des Klang- und Modulationsschatzes der Wilde-Orgel. Das zumal, weil Couperin mit den Formen von Dialog. Fantasie und 'Fuge virtuos spielt. Er außerdem versteht, bis zu sieben Variationen eines Motivs auf engstem Raum sozusagen zu einem kunstvollen Muster innerhalb eines Teiles zu verweben. Denn die Messe benötigt nicht mehr als vierzig Minuten Spielzeit. Nicht zuletzt war es das Verdienst des Organisten, der durch seinen feinnervigen Umgang mit dem Instrument das Werk wie einen farbigen Teppich vor dem inneren Auge entrollte. Ein Vorgang, dem man voller Spannung folgte. Undder schließlich in einem Dank an Gott auslief, der wie von Erschöpfung gekennzeichnet, äußerst knapp ausfiel.

Uwe Döschner fasste dieses kleine Werk brillanter barocker Tondichtung in einen Rahmen. Als Vorspiel wählte er eine G-Moll Fantasie von Johann Sebastian Bach, die auf ein niederländisches Volkslied zurückgreift, als Nachspiel und Ausgang die Fuge dazu. Hier konnte die Orgel ihre volle polyphone Dramatik entfalten.

Auf diesem Hintergrund nahm sich der Applaus der wenigen Händepaare umso beschämender aus. Man hätte dem Künstler eine wahrhaftig andere Würdigung seiner Leistung gewünscht Aber vielleicht gelingt es mit der Zeit doch noch, „den Leuten zu einem persönlichen Bezug zu ihrer Orgel zu verhelfen. Immerhin begleitet sie Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern." Nur darin sieht Dröschner einen Weg, die Kultur der norddeutschen Orgelmusik nicht sterben zu lassen.
(Quelle: DLZ v. 18.09.2006)