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Gotteshaus aus einem Guss

Eine der schönsten Barockkirchen Norddeutschlands": St. Nicolai zu Wöhrden

Von Mareike Hansen

Wöhrden (mha) Schon aus der Ferne ist die St. Nicolai-Kirche zu Wöhrden gut sichtbar. Ihr mächtiger Kirchturm ragt über alle Häuser der beschaulichen Marschgemeinde hinweg - und das bereits seit mehr als 725 Jahren. Seitdem wurde der Turm dreimal und das Kirchenschiff zweimal erneuert.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Kirchspiel Wöhrden 1281 in einem Dokument, das der Strandräuberei Einhalt gebieten wollte. Als Abspaltung der Weddingstedter Kirche kam die neu gegründete Kirchengemeinde schnell zu großem Wohlsund. Sowohl die fruchtbaren Marschen als auch der leichte Zugang zur Nordsee trugen zum Reichtum der Wöhrdener Bauern bei. Der Name der Kirche erinnert noch heute an die Seefahrer Vergangenheit der Dorfbewohner. Nicht ohne Grund wurde der Heilige Nicolaus als Schutzpatron der Fischer und Kaufleute zum Namensgeber des Gotteshauses gewählt

So bot die Kirche, die bis heute auf einer der höchsten Wurten Dithmarschens 6,24 Meter über dem Meeresspiegel liegt, Zuflucht bei Sturmfluten und Angriffen. Im Jahre 1319 kam es zu einer großen Schlacht bei Wöhrden. Der Holsteiner Graf Gerhard III. überfiel mit seinen Truppen die Marschgemeinde und steckte die Kirche in Brand, in die sich die überlebenden Einwohner gerettet hatten. „In ihrer Not schworen die Wöhrdener in einem Eid zu Gott, ihm eine viel größere Kirche zu bauen, wenn er ihnen helfe, diese Schlacht zu gewinnen", erzählt Pastor Dietmar Gördel die Sage. Heißes Blei tropfte bereits von der Decke, als die Eingeschlossenen einen Ausbruch wagten und schließlich das Holsteiner Adelsheer in die Flucht schlugen.

Die Kirche, die die Sieger - wie versprochen - errichteten, übertraf alle bisher auf Dithmarscher Boden erbauten Gotteshäuser. Mit einer Länge von mehr als 50 Metern und einer Breite von fast 24 Metern erstreckte sie sich über den gesamten damaligen Ortskern. Einer Legende nach sollen in der Südkirche Totenköpfe von den gefallenen Adelsleuten eingemauert gewesen sein. Handfeste Belege gibt es dafür aber nicht. Aber nach der Schlacht bei Hemmingstedt wurde der erbeutete Dannebrog in der prunkvollen Kirche aufbewahrt.

Doch auch von diesem herrschaftlichen Gebäude ist heute nichts mehr zu sehen. Nach der letzten Fehde 1559 wurde Dithmarschen zunächst in drei, später in zwei Bereiche geteilt. Die Grenze verlief mitten durch das Kirchspiel Wöhrden. So entstanden die Kirchspiele Norder- und Süderwöhrden, die gemeinsam für den Unterhalt der Kirche zuständig waren. 1777 musste die St. Nicolai Kirche wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Fast ein Jahrzehnt stritten sich die beiden Kirchspiele, was mit dem Gebäude geschehen solle. Norderwöhrden wollte die Restaurierung, Süderwöhrden plädierte für einen Neubau. 1785 kam es zu einer Einigung: In den folgenden drei Jahren ließen die Verantwortlichen die Kirche neu errichten.

„In vielen Reiseführern wird die Wöhrdener Kirche als eine der schönsten Barockkirchen Norddeutschlands angepriesen . freut sich Gördel, der seit sieben Jahren das Pastorenamt in der Gemeinde bekleidet. „Die Kirche ist aus einem Guss, das ist so bezeichnend an ihr." Und tatsächlich das Gotteshaus ist durchgängig in einem Stil und einer Farbgebung gehalten: Licht durchflutet und in hellen Grün und Goldtönen ist das gesamte Inventar nach spätbarocker Manier entworfen.Besonders auffällig ist, dass es sich um eine Kirche aus rein evangelischer Zeit handelt. Im Mittelpunkt stehen die Predigt mit dem Kanzelaltar, der Kirchengesang, der durch die Orgel, die aus der alten Kirche mitgenommen wurde, repräsentiert wird, und das Abendmahl am Altar.

Ein besonderer Hingucker ist der Taufengel, der vor dem Altar an der Decke hängt. Mit Hilfe eines Flaschenzuges wird er bei Taufen heruntergezogen. Ansonsten schwebe er über den Menschen, die in dieser Kirche konfirmiert, getraut und beerdigt würden, erklärt der Seelsorger. „Auf diese Weise begleitet er die Menschen in der Gemeinde durch ihr ganzes Leben.“
(Quelle: DLZ v. 05.09.2006)