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Speicherkoog

als die letzte Lücke im Deich geschlossen wurde

Meldorf - Am 28. August 1978 atmen 25000 Küstenbewohner entlang der Meldorfer Bucht auf: Die 350 Meter lange und letzte Lücke im neuen Seedeich des Speicherkoogs wurde geschlossen. Wie eine riesige Pforte sperrten Schuten die Außenmiele ab, wurden mit Schleppern und über Winden an eine zuvor errichtete Pfahlreihe gedrückt und dann abgesenkt. Die Grundlage für den Bau des letzten neuen Deichstücks war gelegt.

Vorausgegangen waren neun Jahre Deichbau für 130 Millionen Mark. Die ehemals 30,6 Kilometer lange Deichlinie zwischen Helmsand im Süden und Warwerort im Norden war durch einen neuen Außendeich auf 14,8 Kilometer verkürzt worden. Mit dem Speicherkoog wird ein Niederungsgebiet in der Größe von rund 48.000 Hektar vor Überschwemmungen geschützt. Das schien schon damals in der Öffentlichkeit beinahe vergessen, denn die großartige Leistung der Deichbauer wurde bereits seit 1969 permanent durch Schlagzeilen über heftige Diskussionen und Proteste verdrängt.

Der Stein des Anstoßes: Der Südteil des Speicherkoogs war von Bonn als militärisches Versuchsgelände für Teilerprobungen an Waffensystemen der deutschen Rüstungsindustrie ausgewiesen und übernommen worden. Die waffentechnischen Erprobungen führten zu Unruhen in Teilen der Bevölkerung. Diese schienen vergessen zu haben, dass die Beteiligung des Bundesverteidigungsministeriums mit 40 Millionen Mark an den Deichbaukosten überhaupt den rechtzeitigen Startschuss für die Meldorfer-Bucht-Eindeichung ermöglicht hatte. Verteidigungsminister war damals Kai-Uwe von Hassel, der bei der großen Sturmflut 1962 als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein die katastrophalen Folgen von Deichbrüchen hautnah miterlebt hatte.

Mit der Eindeichung war aber erst sieben Jahre später, im April 1969, für den Süd- und fünf Jahre danach für den Nordteil begonnen worden. Zuvor, am 3. Januar 1967, war es aber wiederum zu einer schweren Sturmflut gekommen, die höher als die Jahrhundertsturmflut von 1962 war. Sie prallte zwar an den inzwischen teilerneuerten und erhöhten Dithmarscher Deichen ab, richtete jedoch an anderen Stellen der Küste, so auch in Dithmarschen, erhebliche Schäden an. Deshalb gingen für den Kreis Dithmarschen die Eindeichungsarbeiten nicht schnell genug voran.
Im Januar 1976 forderte der Kreisausschuss von Bonn die „Beschleunigung der laufenden Baumaßnahmen in der Meldorfer Bucht und eine zügige Herstellung eines den heutigen Sicherheitserkenntnissen entsprechenden Deichprofils der Elbdeiche."

Der Dithmarscher Protest hatte Erfolg. Bereits im August 1978 wurde in einer Fachleuten anerkannten „pionierhaften wasserbautechnischen Glanzleistung" die letzte Lücke im neuen Deich geschlossen.

Hier ihre Geschichte:
Erst wird in der Lücke zwischen der Bauinsel für das Sielbauwerk des Meldorfer Hafens und dem Ende des Norddeichs aus Richtung Warwerort eine 350 Meter lange Solensicherung gebaut, auf die man die als Absperrung dienenden Schuten absenken will. Geröll wird einen Meter hoch auf dem Grund aufgeschüttet und an der Oberseite mit Kupferschlacke belastet. An den Innenseiten der Schuten, die auf die Solensicherung abgesenkt werden sollen, werden lange Ballen von Torpedo-Gangnetzen angebracht. Sie werden unmittelbar nach dem Absenken der Schuten bis auf den Grund herabgelassen und sollen Steine und Geröll festhalten, die einen Weg durch die Solensicherung finden.

Eine Spundwand erweist sich als vorteilhafter als das, was vorausgegangen war. Mit einem riesigen Plastikschlauch verlief ein geplanter Deichschlussversuch erfolglos. Der Deichschluss wird vor der Stunde X immer wieder an Modellversuchen theoretisch durchgespielt. Endlich ist es soweit: Die beiden „Torflügel" aus Schuten werden gegen das ablaufende Wasser aus der Meile über gewaltige Winden und Stahlseile zugezogen. Die Deichlücke ist provisorisch dicht. Dann wird schnell Sand auf die Seeseite der Schuten geschüttet. Schiffe mit Steinladungen stehen bereit, um mögliche Leckagen in der Solensicherung schnell zuschütten zu können. Arbeiter schotten inzwischen die Verbindungsstellen zwischen den beiden Torflügeln mit Sandsäcken und Faschinen ab - das offene Meer ist endgültig abgesperrt, das Jahrhundertbauwerk für Dithmarschen vollbracht. - esp

Heutiger Zustand

Nach 28 Jahren präsentiert sich der Speicherkoog als ein großes Erholungsgebiet. Unter dieser Adresse http://www.birdinggermany.de/dithmarsch.htm finden Sie ausführliche Informationen.